Totholzprojekt

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Totholzprojekt 2017-09-25T13:58:17+00:00

Totholzprojekt

Ein weiteres Projekt konnte im Frühjahr 2014 an unserer Birs realisiert werden. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Münchenstein wurden ein Paar Bäume gezielt gefällt, so dass diese nun in der Birs liegen und neue Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten bieten für unsere Jungfische. Dieses Totholzprojekt ist ein weiterer Schritt in Richtung Renaturierung der Birs.

In natürlichen Fliessgewässern ist Holz in vielfacher Form vorhanden. Zweige, Äste, Wurzelstöcke und Baumstämme strukturieren ein natürliches Flussbett und -ufer. Dieses so genannte “Totholz” ist ein bevorzugter Lebensraum über und unter Wasser. Anders gesagt: ohne natürlich vorkommendes Totholz gibt es deutlich weniger Tiere in den Flüssen und Bächen!

Birs

Totholz war früher ein Bestandteil unserern Flusslandschaften. Leider ist es durch die Rodung der Auwälder und den Verlust der Ufergehölze vielfach fast gänzlich verschwunden. In einer “aufgeräumten” Kulturlandschaft stört es als “unordentliches” Element und ist vielen ein Dorn im Auge. Es kann in ausgebauten Gewässerabschnitten einerseits zu Uferschäden und an Enstellen zu Verklausungen führen, welche gefährlich werden können für Badende oder Spaziergänger mit Hund. Die Folge: Entnahme des Totholzes. Die Folge war, dass seine fundamentale ökologische Bedeutung lange verkannt worden ist, da der ökologische Nutzen nicht im Vordergrund stand. Heute besinnt man sich wieder darauf und erkennt, dass Totholz zum Leitbild eines intakten Flusses ebenso gehört wie die Aue.

Zum Totholz zählen in der Regel bereits abgestorbene, verholzte Pflanzenteile, sämtliches loses Holz (vom feinsten Reisig bis zum ganzen Baumstamm) ebenso wie umgestürzte, aber fest verwurzelte Bäume oder abgetriebene und woanders neu austreibende Bäume wie auch Gehölzteile, die – rein biologisch gesehen – noch leben. In Wirklichkeit ist das als Totholz bezeichnete Holz also keineswegs “tot”. Schon das blosse Vorhandensein wirkt sich positiv auf die Umgebung aus. Totholz fördert dynamische Prozesse. Es beeinflusst und prägt die Morphologie eiens Fliessgewässers im Kleinen wie im Grossen, variiert die Strömung und Wassertiege, bietet Unterschlupf. Dadurch ist Totholz ein äusserst wichtiges Strukturelement in natürlichen Flüssen udn Bächen. Es ist daher sehr wichtig, dass dieses natürliche Element in unseren Gewässern wieder einen festen Platz einnimmt.

Totholz bestimmt unmittelbar die morphologische und damit auch biologische Vielfalt im Fliessgewässer. Es ist auch so, dass viele Lebensgemeinschaften ohne dieses schützende Element bedroht sind und z.B. Jungfische in ausgebauten Fliessgewässern ihren Fressfeinden schutzlos ausgeliefert sind. Es mangelt in solchen Fliessgewässern an Fluchtplätzen und Unterständen, welche die Fische nutzen könnten, um sich vor ihren Fressfeinden in Sicherheit zu bringen. Das Totholz dagegen bietet eben genau diesen Schutz auf natürliche Art und Weise. Verschiedene Totholz-Projekte in Mitteleuropa haben diesen Zusammenhang eindeutig nachgewiesen. An ausgebauten Fliessgewässern, an denen auf eine harte Verbauung verzichtet werden kann, bietet sich der Einsatz von Totholz zur Steuerung der Gewässerentwicklung an. So schützen z.B. Sturzbäume das Ufer und schaffen Einstände für Fische. Mit Baumbuhnen oder Fichtenwipfeln kann die Sohle in sandführenden Bächen stabilisiert werden, gleichzeitig erhöht sich die Substrat- und Strömungsvielfalt im Gewässerbett.

Birs

Der Fischerverein Münchestein Reinach hat diese Notwendigkeit erkannt und setzt diese gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis um. Wir versuchen, aktiv die Fische auf möglichst natürliche Art und Weise zu unterstützen, so dass wir eine gesunde und unabhängige Generation an Fischen generieren können und in der Lage sind, unsere Birs in den kommenden Jahrzenten mit einer gesunden Population auszustatten. Daher sagen wir: “Renaturierung JA, vor alle mit Totholz!”.

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